Bei der Einrichtung einer Multi-User-Verwaltung ist Sorgfalt erforderlich !
Die Frage ist, wie man den Computer mit Calmira so sicher machen kann, dass niemand sich ohne das richtige Passwort im System austoben kann.
Es geht hier nicht darum, den Zugriff völlig zu verwehren, sondern darum, nur minimale Rechte zuzulassen. Die erste Schwachstelle, die man mit Calmira allein natürlich nicht beseitigen kann, ist der Dreifingergriff... Wenn jemand den Computer (ggf. per Startdiskette) neu starten und so zur DOS-Ebene gelangen kann, ist er auch in der Lage, die Calmira-Umgebung durch Editieren der INI-Dateien zu verändern. Dagegen helfen nur ein BIOS-Passwort und entsprechende BIOS-Restriktionen und DOS-Einstellungen, die ich hier mal nicht besprechen will.
Aber innerhalb der Windows-Umgebung kann man den Wunsch erfüllen. Und das geht so:
Zunächst legt man für den vollen Zugriff einen Benutzer an. Macht man dies das erste Mal, so bekommt er für den Zugriff eine Kopie der Konfiguration der bisherigen Calmira-Umgebung.
Die Folge dieses ersten Schritts ist, dass man sich nun mit dem Anmelde-Dialog durch Eingabe des gewählten Benutzernamens und des Passwortes in diese Konfiguration einklinkt. Wenn man das getan hat, gelten für diesen Zugang diejenigen Systemateien, die sich im Verzeichnis %calmira%\profiles\{username} befinden. Es sind dies CALMIRA.INI, START.INI, BMPCACHE.BMP und IMGINDEX.DAT.
Nun ist es ja aber auch möglich, beim Start den Anmelde-Dialog durch "Abbrechen" zu übergehen. Welchen Sinn hat das Ganze dann?, könnte man sich fragen. Aber jetzt geht es erst richtig los.
Vorneweg ein wichtiger Hinweis: Das Passwort darf ausschließlich aus Buchstaben bestehen !
1. Schritt:
Der Benutzer, der sich per "Abbrechen" anmeldet, findet die Umgebung vor, welche durch die Systemdateien direkt im Calmira-Verzeichnis definiert wird. Und es geht also jetzt darum, genau diese kräftig abzuspecken.
Nachdem die Anmeldung mit Usernamen und Passwort geklappt hat und man sich durch einen Blick in ein Verzeichnisfenster von der richtigen Verzeichnisstruktur überzeugt hat, startet man Windows neu und wählt (anstatt sich mit Namen und Passwort anzumelden) den "Abbrechen"-Knopf.
2. Schritt:
Als nächstes entfernt man alle Desktop-Symbole von der Arbeitsoberfläche.
3. Schritt:
Über die "Startmenü-Einstellungen" entfernt man alle Programme aus dem Startmenü, mit welchen man Dateien verändern kann. Also: Alle Textverarbeitungen, Editoren, Bildbearbeitungsprogramme usw... und natürlich die Einträge für "Ausführen", "Suchen" und den "Explorer" (!) rausschmeißen. Dasselbe gilt auch für die Systemablage (Applet Tray) auf der Taskleiste.
Im Grunde bleiben nur Spiele, Bildbetrachter, Medien-Wiedergabe usw. und der "Beenden"-Knopf in Startmenü und Systemablage drin.
Beim Schließen der Startmenü-Einstellungen das Feld "Erneuern" richtig ankreuzen.
4. Schritt:
Jetzt geht es daran, die "Systemeinstellungen" zu überarbeiten (Rechtsklick auf das Arbeitsplatz-Symbol/Registerkarte 'Erweitert' oder Aufruf der CALMIRA.INI per Editor). Hier entfernt man alle Einträge aus den Abschnitten [Advanced], [Utilities], [Keyboard], [Environment], [File Viewers] und [Programs].
5. Schritt:
Aus den "Desktop-Einstellungen" muss die Option "Rechtsklick für Kontextmenü" desaktiviert werden.
6. Schritt:
Zum Schluss dieser Aktion öffnet man die CALMIRA.INI aus dem Calmira-Verzeichnis (nicht aus %calmira%\profiles\{username} !) noch einmal per Editor und fügt den beiden Abschnitten [Bin] und [Computer] den Eintrag Caption="" hinzu. Jetzt beendet man Windows und meldet sich beim nächsten Start wieder mit Namen und Passwort an.
Nun sollte wieder die gewohnte Umgebung verfügbar sein. (Falls nicht, hat man was falsch gemacht...)
7. Schritt:
Die wichtigste Aktion folgt jetzt: Man öffnet erneut die CALMIRA.INI aus dem Calmira-Verzeichnis (nicht aus %calmira%\profiles\{username} !) per Editor und fügt dem Abschnitt Calmira den Eintrag CanEditSettings=0 hinzu.
Das war es dann. Wenn das alles richtig geklappt hat, meldet man sich beim nächsten Start probehalber mal wieder per "Abbrechen" an... und siehe da: Operation gelungen, Patient lebt !.
Die beschriebenen Änderungen sind teils redundant, d.h. man kommt auch mit weniger aus. Ich habe es aber alles beschrieben, weil man ja weiß: doppelt genäht hält besser.
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