Was ist Spam ?

SPAM ist ursprünglich ein Markenname für Dosenfleisch, bereits 1936 entstanden aus SPiced hAM (sprich: "speißt hämm" / deutsch etwa: Würzschinken).
Hintergrund: Während der Rationierung im Krieg war Spam eines der wenigen Nahrungsmittel, die in Amerika praktisch überall und unbeschränkt erhältlich waren. In Erinnerung an die Omnipräsenz dieses Nahrungsmittels hat sich der Begriff in erster Linie für die Bezeichnung unerwünschter E-Mails eingebürgert, die in unüberschaubarer Flut die Postfächer überschwemmen.

Wenn man die eigene E-Mail-Adresse nicht öffentlich verfügbar hält, sollte man eigentlich von Spam weit­gehend verschont bleiben. Aber es kann ja sein, dass man mal irgendwo in einem Online-Shop eingekauft hat, und dass der Betreiber es mit dem Daten­schutz nicht so genau nimmt... oder schon mal den einen oder anderen "Newsletter" bestellt hat... oder dass man eine E-Mail-Adresse bei einem der großen Tele­kommuni­kations­konzerne oder einem der bekann­ten "Free­mailer" unter­hält ...

Statistiken sollen belegen (c't-magazin), dass heute etwa 96% aller E-Mails Spam sind - das dürfte eine ziemlich gute Schätzung sein.

Wie erkenne ich Spam ?

Ganz einfach --- es gilt, unerwünschte E-Mail-Nachrichten anhand verräterischer Merkmale im Vergleich zu "normalen", also erwünschten Nachrichten zu entlarven. Hierfür stehen auf den ersten Blick immerhin vier Merkmale zur Verfügung:

  1. Absenderangabe
  2. Empfängerangabe
  3. Betreffzeile
  4. Die Nachricht hat einen Anhang

Einige Beispiele:

Merkmal SPAM zu vermuten
Unbekannter Absender und An­hang vor­han­den      JA     
Unbekannter Absender und Betreffzeile enthält einen Bezug zu einer vor­geb­lichen An­frage ("Ter­min­bestäti­gung", "Ihre An­frage", "Ihr Vor­schlag") JA
Unbekannter Absender und Be­treff­zeile ist leer JA
Unbekannter Absender und Betreff­zeile ent­hält lapi­dare An­rede ('Guten Tag' o.Ä.) JA
Betreffzeile ist leer JA
Betreffzeile enthält nur Kürzel "Re:", "Fw:" oder Ähnliches JA
Betreffzeile ist aufdringlich: "Wichtige In­for­ma­tion...", "Geschäfts­vor­schlag", "Ma­chen Sie mehr Geld" JA
Betreffzeile hat sexuellen Bezug
(Viagra, gratis ficken, Penis­verlän­ge­rung und Ähn­liches)
JA
Betreffzeile hat offenbar werblichen Inhalt
(Sonderangebot, Gutschein, Schnäppchen)
JA
Betreffzeile täuscht einen Geldgewinn vor usw.
(Sie haben gewonnen, Glück­wunsch, Ihr Gut­schein­code, Geld­aus­zah­lung für..., Lotto...)
JA
Betreffzeile enthält unübliche Anrede
(Lieber Freund, Ich suche dei­ne Freund­schaft, Bitte hilf mir...)
JA
Die Betreffzeile fordert dazu auf, Be­nut­zer­daten oder ein Pass­wort zu bestä­tigen      JA     
Betreffzeile enthält eine Warnung bezüg­lich des Geld­ver­kehrs oder Ähn­liches
(Ihr Konto wurde gesperrt, Ihr Konto wur­de einge­schränkt, Der Zu­griff wurde be­schränkt, Ihre Kre­dit­kar­te wur­de ge­sperrt)
     JA     
Betreffzeile ist in fremder Sprache JA
Betreffzeile enthält offensichtlich Unsinn
("Uioasdfsdfa", "Fw:Wtr:Re:Fw" oder Ähn­liches)
JA
Empfängerangabe ist leer      JA     
Empfängername ist unbekannt JA
Empfänger ist Listenbegriff ("undis­closed recepients" oder "ver­bor­gene Emp­fän­ger") JA
Absenderangabe ist leer      JA     
Absender ist anscheinend eine Bank, Spar­kas­se oder Lot­terie, auch Paypal, Western Union o.Ä      JA     
Absender ist anscheinend die Staatsanwalt­schaft, das Bun­des­krimi­nal­amt, das FBI, die CIA oder eine ähn­liche Ein­rich­tung JA
Absendername ist kein erkenn­barer Klar­name JA
Es scheint, dass man selbst Ab­sen­der der Nach­richt ist, aber man hat sich gar nicht selbst etwas ge­schrie­ben ... JA
Absenderadresse gehört zur Domain eines aus­län­dischen Staates, in dem man nie­manden kennt
(.ru, .ua, .co.uk, .jp, com.au usw.)
JA
... falls die Nachricht schon geöffnet wurde ...
Die Nachricht kann angeblich nicht dar­ge­stellt und soll on­line ge­lesen werden      JA     
Es wird dazu aufgefordert, die Benutzer­daten zu be­stä­ti­gen oder die Zu­gangs­daten zu einem Benut­zer­konto durch Eingabe des Pass­worts zu veri­fizieren      JA     
Der Nachrichtentext enthält nur wenig In­for­mation und fordert dazu auf, Wei­teres aus dem Anhang zu entnehmen      JA     
Der Nachrichtentext enthält nur eine Internet-Adresse, auf die man klicken soll.      JA     
Der Nachrichtentext enthält Recht­schreib­fehler in unge­wöhn­licher Häu­fung, die sich auch ihrer Art nach nicht als "normale Tipp­fehler" einordnen lassen und es gibt einen Anhang      JA     

Gefährdungsstufe:
gelb = erhöhte Aufmerksamkeit geboten
rot = sehr ernste Gefahr
mit Warnzeichen = Finger weg !

Ein "JA" ohne farbliche Hinterlegung bedeutet nicht, dass hier aller Voraussicht nach gar keine Gefahr lauert ! Nachrichten aus unbekannter Quelle können auch gefährlich sein, wenn sie auf den ersten Blick unverfänglich erscheinen.

Welche Gefahr droht durch Spam ?

Es würde zu weit führen, diese Gefahren hier zum x-ten Male aufzuzählen... bitte einfach mal nach den Begriffen "spam gefahr" googeln.

Wie schütze ich mich vor Spam ?

Zunächst mal: "BRAIN 1.0" aktivieren. Das heißt: Mitdenken und aufmerksam hinsehen.
Schon wenn nur eines der genannten Merkmale ungewöhn­lich aussieht, sollte man mit erhöhter Auf­merk­sam­keit auf die anderen Angaben achten. So lassen sich schon minde­stens 90 % der SPAM-Nachrichten entlarven und dann: nicht öffnen, sondern beherzt löschen !
Auf gar keinen Fall auf Nachrichten von Spam-Versendern antworten ! Denn das ist genau das, was diese kranken Zeitgenossen erwarten, damit sie möglichst viele verifizierte Adressen erhalten, die sie dann weiterhin zumüllen und auch noch an andere fehlgesteuerte Individuen weitergeben können.

Wenn es gute Gründe gibt, trotzdem einen Blick auf den Inhalt zu werfen, gibt es zwei ungefähr­liche Mög­lich­keiten:
1.  den Quelltext der Nachricht anzeigen lassen oder
2.  die Nachricht als Datei speichern und anschließend mit einem einfachen Text-Editor öffnen.

Dieser Schritt kann natürlich auch zu spät kommen - wenn man nämlich den Fehler macht, Nachrichten schon in der Vorschau anzeigen zu lassen und (schlimmer noch) Nachrichten als HTML zu lesen anstatt sie beim Empfang sofort ins "Nur Text"-Format zu wandeln.... unter diesen Unständen können unerwünschte Effekte nämlich ganz ohne weiteres eigenes Zutun auftreten.

Mehr zu diesem Thema gibt's in einem anderen Beitrag.

Wie kann man etwas gegen Spam unternehmen ?

Es gibt eine Internet-Beschwerdestelle, die zur Bekämpfung von Spam eingerichtet wurde. Wie erfolgreich sie im Einzelfall ist, kann ich nicht beurteilen.